Wie laute Meere wieder leiser werden (könnten)

Zwischen 18. und 22. Juni 2018 diskutierte in New York ein Expertengremium, das die Generalversammlung der Vereinten Nationen berät, über die Gefahren von Unterwasserlärm für die Ozeane. Der Bericht ergeht nun an die UN-Generalversammlung.

Sigrid Lüber, Präsidentin der internationalen Meeresschutzorganisation OceanCare, hatte im Jahr 2004 erstmals das Thema an der UNO adressiert und führte nun eine Delegation von sechs ExpertInnen an. Nicolas Entrup, Teil des Teams, referierte über potentielle sozioökonomische Auswirkungen menschlicher Lärmaktivitäten. Ein zuvor von OceanCare in Auftrag gegebener Bericht von Dr. Linda Weilgart, Dalhousie Universität, in dem die Wissenschaftlerin sämtliche verfügbaren Studien über die Auswirkungen von Lärm auf Fische und wirbellose Meerestiere evaluierte, zeichnet ein Bild, das dringende Schutzmaßnahmen erfordert.

Mit der APA und der AFP berichteten zwei Nachrichtenagenturen von den Ergebnissen der Tagung.

Der Artikel der AFP auf:

Der Artikel der APA z.B. hier.

Hier auszugsweise einige Erkenntnis der Tagung aus Sicht von OceanCare:

  1. Anerkennung von Unterwasserlärm als Verschmutzung (Pollution) der Meere.
  2. Notwendigkeit der Untersuchung soziökonomischer Auswirkungen von Lärm verursachenden Aktivitäten in den Meeren.
  3. Zwei im Rahmen der Vereinten Nationen agierende Abkommen – die Bonner Konvention zur Erhaltung wandernder Tierarten (CMS) und die internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) – haben mit ihren Richtlinien für Umweltverträglichkeitsprüfungen vor der Genehmigung lärmerzeugender Aktivitäten bzw. für eine leisere Frachtschifffahrt proaktive Maßnahmen entwickelt, deren Anwendung von der internationalen Staatengemeinschaft einzufordern ist.
  4. Anreiz für Entwicklung lärmreduzierender Technologien: Staaten sind aufgefordert, regulierende Vorschriften zu erlassen, die Anreize zur technologischen Entwicklung lärmreduzierender Technologien schaffen.